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Wann er wirklich vorliegt – und warum Kund:innen oft überrascht sind.
Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit kann schnell große Folgen haben: Beim Ausparken eine Säule übersehen, ein Auffahrunfall im Stadtverkehr oder ein Parkschaden mit teuren Reparaturkosten – und plötzlich steht die Frage im Raum: Handelt es sich bereits um einen Totalschaden?
Viele Fahrzeughalter:innen gehen davon aus, dass ein Totalschaden nur dann vorliegt, wenn ein Auto völlig zerstört ist. In der Praxis – und vor allem aus versicherungsrechtlicher Sicht – sieht das jedoch oft ganz anders aus. Genau hier entsteht häufig Erklärungsbedarf im Autohaus.
Denn Kund:innen erwarten meist eine Reparatur ihres Fahrzeugs. Stattdessen erfahren sie, dass das Auto wirtschaftlich als Totalschaden eingestuft wird und verkauft werden soll. Das sorgt nicht selten für Unverständnis.
Wann gilt ein Fahrzeug als Totalschaden?
Nach der geltenden Rechtslage liegt ein sogenannter wirtschaftlicher Totalschaden vor, wenn:
Reparaturkosten + Restwert > Wiederbeschaffungswert
Kurz erklärt:
Klingt theoretisch? Ein Beispiel aus dem Alltag macht es greifbarer.
Praxisbeispiel: Der klassische Parkschaden
Thomas fährt einen Gebrauchtwagen mit einem Wiederbeschaffungswert von 10.000 Euro.
Beim Ausparken in einer Tiefgarage übersieht er eine Betonsäule und beschädigt das Heck seines Fahrzeugs. Da er eine Kaskoversicherung abgeschlossen hat, fährt er in sein Autohaus, um den Schaden prüfen zu lassen.
Das Ergebnis:
Reparaturkosten: 6.100 Euro
Restwert des beschädigten Fahrzeugs: 6.500 Euro
Wiederbeschaffungswert: 10.000 Euro
Die Rechnung:
6.100 Euro + 6.500 Euro = 12.600 Euro
Da dieser Betrag über dem Wiederbeschaffungswert liegt, wird das Fahrzeug als Totalschaden eingestuft.
Warum das für Kund:innen oft frustrierend ist
Für viele Kund:innen beginnt an diesem Punkt die eigentliche Überraschung.
Bei einer klassischen Totalschadenabrechnung wird das Fahrzeug häufig über Online-Plattformen (Wrackbörse) angeboten. Im Beispiel erhält der Kunde insgesamt den Wiederbeschaffungswert von 10.000 Euro, aufgeteilt in:
6.500 Euro aus dem Verkauf des beschädigten Fahrzeugs
3.500 Euro von der Versicherung (= 10.000 Euro Wiederbeschaffungswert – 6.500 Euro Restwert)
Das Problem: Der Kunde verliert sein Fahrzeug und muss sich um Ersatz kümmern.
Gerade bei älteren Fahrzeugen ist das oft nicht im Sinne der Halter:innen. Viele würden ihr vertrautes Auto lieber reparieren lassen und noch einige Jahre weiterfahren.
Noch schwieriger wird es, wenn Kund:innen ihr beschädigtes Fahrzeug behalten möchten. In diesem Fall erhalten sie häufig lediglich die Versicherungsleistung von 3.500 Euro – obwohl die Reparatur 6.100 Euro kosten würde.
Warum das Autohaus eine wichtige Beratungsrolle hat
Genau an diesem Punkt ist das Autohaus weit mehr als nur Reparaturbetrieb oder Verkaufsstelle – es wird zum wichtigen Beratungspartner.
Kund:innen wünschen sich vor allem:
Transparenz
verständliche Erklärungen
individuelle Lösungen
Entscheidungsfreiheit
Wer frühzeitig erklärt, welche Möglichkeiten bestehen, schafft Vertrauen und stärkt die Kundenbindung.
Mehr Flexibilität bei der Schadenabwicklung
Es gibt Versicherungsmodelle, die hier deutlich kundenfreundlicher agieren.
So werden bei GARANTA Versicherungs-AG Österreich beispielsweise Kaskoschäden bis zu 100 % des Wiederbeschaffungswerts übernommen.
Im Beispiel bedeutet das:
Die Reparaturkosten von 6.100 Euro werden übernommen – und der Kunde kann sein Fahrzeug weiterhin nutzen.
Das schafft mehr Entscheidungsfreiheit: Kund:innen können gemeinsam mit ihrem Autohaus besprechen, welche Lösung am besten zur persönlichen Situation passt:
Reparatur des bestehenden Fahrzeugs
Umstieg auf ein neues Fahrzeug
alternative Mobilitätslösungen
Fazit: Gute Beratung macht den Unterschied
Ein Totalschaden ist längst nicht immer ein „kaputtes Auto“. Oft handelt es sich um eine wirtschaftliche Entscheidung auf Basis von Zahlen – mit spürbaren Auswirkungen für Kund:innen.
Umso wichtiger ist es, dass Autohäuser ihre Kund:innen frühzeitig aufklären und passende Lösungen anbieten.
Denn am Ende geht es nicht nur um Reparaturkosten oder Restwerte – sondern um das gute Gefühl, die richtige Entscheidung treffen zu können.
© Bild: adobe.stock.com/Trevor Adeline/KOTO
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